Die Besichtigung von Matera im Museum beginnen

                                                            

Will man die Geschichte von Matera und seinen Menschen verstehen, sollte man zuerst ins Museo Nazionale d’Arte Medievale e Moderna della Basilicata gehen. Schon der Weg dorthin ist überwältigend. Nette Cafés und Restaurants, Geschäfte und Buchhandlungen liegen an der Via Domenico Ricola, die zum Palazzo Lanfranchi führt. Im Museum haben wir uns auf das großflächige Gemälde Carlo Levi: Luciana 61 konzentriert. Für dieses Werk standen die Einwohner Maderas und ihre soziale Not Modell. Historische Fotos in dem Raum zeigen die gezeichneten Menschen.

Zeichnung Carlo Levi
Foto Carlo Levi

                            

 

 

Anschließend besuche man das Sasso Casal Nuovo in der Straße Rione Casalnuovo. Sie ist ein typisches Beispiel für eine in die Felsen getriebene Höhlenwohnung. Fünf Räume sind zu sehen incl. Stall und Keller. Der vorderste Raum war das Wohnzimmer mit einem großen Bett in dem Eltern ebenso wie die Kinder schliefen. Die Hühner hausten unter dem Bett, Schweine und Esel waren im nachfolgenden Raum untergebracht. Das sollte Wärme in die Höhle bringen. So musste auch der Duft durch die Eingangstür, also durch Wohn- und Schlafraum abziehen. Ganz am Ende der unwohnlichen Raumflucht war die Toilette (eine Grube) und dahinter der Speicher.

Bild Sasso Casal Nuovo
Bild Sasso Casal Nuovo Wohn- und Schlafzimmer
Bild Sasso Casal Nuovo, Werkstatt, dahinter Speicher
Bild Sasso Casal Nuovo, Speicher

Matera ist ein Ort, an dem man sich treiben lassen sollte, aber nie ohne Karte oder Navi. Und wenn eine der zahllosen Kirchen (angeblich wurden über 160 in Alt-Matera gezählt) geöffnet ist und der Zutritt frei oder erschwinglich ist, hineingehen! Besonders in die Höhlenkirchen. Die verbliebenen Fresken zeugen von naiver aber tiefer Frömmigkeit und geben eine Ahnung vom frühmittelalterlichen Leben.

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