Das Portal der Kathedrale in Altamura

 

 

 

Ein Bilderbuch in Stein gehauen

Es war eher Zufall, dass wir auf der Rückfahrt nach Matera in dem kleinen Städtchen Altamira einen Stopp einlegten. Eigentlich wollten wir nur einen Happen essen, doch wir blieben länger in dem Örtchen. Grund war die örtliche Kathedrale Santa Maria Assunta. Sie bildet den Mittelpunkt der Stadt.

Der Bau des Portals in Altamura wurde im Jahr 1232 von Kaiser Friedrich II. angeordnet. Dessen romanisches Gebäude fiel einem Erdbeben zum Opfer. Robert von Anjou ordnete den Wiederaufbau an. Dessen Steinmetze schufen auch ein neues Kirchenportal, das uns in den Bann zog. Es ist überreich geschmückt mit skulptierten Bibelszenen – filigran und wirklich phantastisch restauriert. Zu sehen sind 22 Szenen aus dem Leben Jesu von der Geburt bis zum Tod und zur Auferstehung. Wir konnten uns nicht satt sehen. Wie gut, dass die Speicherkarte schon bei Reisebeginn ausreichend groß genug gewählt war, so dass viele Detailfotos in meinem Fotobuch über unsere Apulienreise verewigt werden konnten.

Bis in die 70er Jahre gab es in Altamura den „Markt der kurzen Hosen“ . Jungen im Alter von zehn bis fünfzehn Jahren wurden von ihren Eltern zu Ostern an der Mauer der Kirche regelrecht ausgestellt. Interessenten prüften die Muskeln der Jungen, kniffen sie in die Backe, zur Kontrolle, ob sie nicht zuviel Fett an sich hatten, und handelten dann mit den Eltern einen Preis aus.

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